The Costs of Moralizing. How About a ‘Government House Climate Ethics’?

Zusammenfassung

Angesichts einer nicht idealen Welt, in der Entscheidungsträger sich von moralischen Forderungen nicht ausreichend angesprochen fühlen, wie sollten wir die Institutionen der globalen Klimapolitik reformieren, um die Aussichten auf ein wirksames und gerechtes Klimaschutzabkommen zu verbessern? Die gängige Meinung lautet, dass Moralisierung – also das explizite Ansprechen und Diskutieren der moralischen Dimensionen des Klimawandels innerhalb der UNFCCC-Verhandlungen – Teil der Antwort ist. Dieses Kapitel hinterfragt diese gängige Meinung und legt nahe, dass die Moralisierung von Verhandlungen den Stillstand in der internationalen Klimapolitik sogar noch verstärken könnte, da sie extrem dehnbare Konzepte einführt und einen antagonistischen psychologischen Mechanismus (vorweggenommener moralischer Vorwurf) auslösen könnte. Es untersucht, was für eine vernachlässigte Alternative im institutionellen Design (Government House Climate Ethics) gesprochen werden könnte, bei der die Diskussion über die moralischen Dimensionen des Klimawandels eher verdeckt „durch die Hintertür“ in die Verhandlungen einfließt, und es untersucht, wie diese Alternative gegen Vorwürfe des Demokratiedefizits und Elitismus verteidigt werden könnte.

Veröffentlicht
Climate Justice in a Non-Ideal World. Hrsg. von Clare Heyward & Dominic Roser. Oxford/New York: Oxford University Press, S. 277–295