Reasoning with False Evidence (Argumentieren mit falschen Beweisen)

Zusammenfassung

Unter heutigen Wissenschaftsphilosophen sind die folgenden zwei Annahmen recht unkontrovers. Erstens, empirische Evidenzen sind fallibel und viele unserer heutigen und gestrigen empirischen Überzeugungen sind bzw. waren falsch. Zweitens, unsere Fähigkeit korrekt auf die Wahrheit oder Falschheit einer Hypothese zu schließen hängt ab von der Korrektheit unserer Evidenzmenge. Ausgehend von diesen zwei Annahmen stellt sich die Frage, wie Wissenschaftler mit falschen Evidenzen vernünftig argumentieren und zuverlässig auf Hypothesen schließen können.

Die eigenen Überzeugungen mittels des Konzepts der Bestätigung zu bilden, ist das eine wertvolle Art und Weise zu Schlussfolgern, falls manche meiner Evidenzen falsch sind? Welche verschiedenen Arten, die eigenen Überzeugungen anhand des Konzepts der Bestätigung zu bilden, gibt es? Sind sie unterschiedlich wertvoll, falls der Wert darin besteht nur wahre Aussagen zu akzeptieren? Wie wertvoll in diesem Sinne ist es, den Grad der eigenen Überzeugungen dem Bestätigungsgrad anzupassen? Wie wertvoll in diesem Sinne ist es, nur diejenigen Hypothesen zu akzeptieren, die ausreichend durch die eigene Evidenz bestätigt sind? Diese Fragen lösen eine Hinwendung zur Statistik aus und werden detailliert im ersten Teil meiner Arbeit beantwortet.

Was passiert in tatsächlichen wissenschaftlichen Debatten? Wie ändern Teilnehmer ihre Überzeugungen so, dass sie letztlich einen Konsens erreichen? Wechseln sie von einem Paar von Hypothese und Evidenzmenge zu einem anderen derart, dass der Bestätigungsgrad erhöht wird? Wechseln sie von einem Paar von Hypothese und Evidenzmenge zu einem anderen derart, dass es keine andere Hypothese gibt, die in einem höheren Maße bestätigt wird? Erhöhen Wechsel dieser Art immer die Ähnlichkeit mit dem finalen Konsens? Diese Fragen führen zu einer Hinwendung zur Wissenschaftsgeschichte und werden detailliert im zweiten Teil meiner Arbeit beantwortet.

Corinna Günth
Corinna Günth
[Alumna] Doktorandin