CompPhil²MMAE-Projektseminar in Kooperation mit Georg Brun (Bern)

Argumente spielen in der Philosophie, in anderen Wissenschaften, im
politischen Diskus und in Alltagssituationen eine zentrale Rolle. Sie
sind aber oft nicht einfach zu analysieren, unter anderem, weil sie erst
aus Texten extrahiert werden müssen, weil in fast allen Argumenten
Begründungen oder Schlussfolgerungen nicht ausdrücklich genannt sind und
weil Philosoph*innen sich in der Regel nicht mit einzelnen Argumenten
beschäftigen, sondern komplexe Argumentationen entwickeln und in
Debatten Argumente mit anderen Argumenten konfrontieren.
In der Spring School erarbeiten wir Techniken zur Rekonstruktion
komplexer Argumentationen und Debatten. Im Zentrum steht die
softwareunterstützte Projektarbeit, in der wir „Argumentationskarten“,
d.h. Diagramme komplexer Argumentationen, erstellen. Ausgehend davon
diskutieren wir argumentationstheoretische Fragen, zum Beispiel:
Welche Prinzipien leiten die Analyse und Beurteilung von Argumenten? Wie kann
man der interpretativen Unterbestimmtheit argumentativer Texte sinnvoll
begegnen? Wie können sich Argumente aufeinander beziehen? Wie lässt sich
die Logik für das Analysieren und Beurteilen von Argumentationen nutzen?
Nach welchen Prinzipien können Pro- und Contra-Gründe abgewogen werden?
Was sind Argumentationsfehler?
In der Spring School arbeiten die Teilnehmenden an der Rekonstruktion
einer Argumentation, z.B. aus einem philosophischen Primärtext oder
einer politischen Debatte. Dafür werden Teams gebildet, zu denen auch
Studierende verschiedener Universitäten gehören können.
Die Spring School richtet sich an Studierende (B.A. und M.A.) sowie Doktorand:innen aller Fachrichtungen. Vorausgesetzt werden elementare Logikkenntnisse.
Teilnahme (inkl. Unterkunft und Verpflegung) kostenlos. Reisekosten können anteilig erstattet werden.
Bei Fragen können Sie sich gerne an Gregor Betz, Christian Seidel oder georg.brun@unibe.ch wenden.