AI as a Colleague?

Towards a Social Epistemology of AI

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Datum
26 März 2026 09:00 — 27 März 2026 18:30
Ort
Universität von Bern, UniS, Raum B-102
Schanzeneckstrasse 1
3012 Bern, Schweiz

Beim hochkarätig besetzten Workshop AI as a Colleague? - Towards a Social Epistemology of AI an der Universität Bern wird Alina Jacobs einen Vortrag über epistemischen Paternalismus halten.

Genauer untersucht sie, wie epistemischer Paternalismus einen Rahmen für die Bewertung des Einflusses von KI auf die Wissensgewinnung bietet. Sie verfechtet den Standpunkt, dass paternalistische Strukturen in drei Bereichen der KI-Praxis auftreten: beim Betrieb von KI-Systemen, bei den Designentscheidungen von KI-Entwicklern und bei den Zielen der Forschung zur KI-Ausrichtung.

  1. Erstens lenken bestimmte KI-Systeme die Suchanfragen der Nutzer ohne Rücksprache, mit dem Ziel, Verzerrungen zu korrigieren oder epistemische Ergebnisse zu verbessern.
  2. Zweitens gestalten KI-Entwickler durch Schnittstellendesign, Datenauswahl oder Standardkonfigurationen epistemische Umgebungen und übernehmen damit paternalistische Rollen.
  3. Drittens setzen Initiativen zur KI-Ausrichtung bevorzugte epistemische Entwicklungsverläufe voraus und verfolgen diese mit begrenzter öffentlicher Beteiligung.

Ich behaupte, dass Kriterien aus der Debatte über epistemischen Paternalismus – beispielsweise ob eine Einmischung eine echte epistemische Verbesserung fördert, ob ihre Vorteile die Kosten überwiegen und ob sie auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten des Akteurs eingeht – Instrumente bieten, um zu bewerten, wann KI die epistemische Autonomie unterstützt und wann sie diese einschränkt.

Der Vortag findet am ersten Tag, Donnertsag, den 26.03.26 12:00-13:00 Uhr statt.

(Vortragssprache ist Englisch)

Über die Veranstaltung

In den letzten Jahren wurden enorme Fortschritte in der Entwicklung der KI erzielt. DNNs und andere KI-Tools haben zunehmend ihre Fähigkeit unter Beweis gestellt, epistemische Aufgaben zu erfüllen, wie z.B. das Erkennen von Mustern in Daten, die Diagnose von Krankheiten oder die Erforschung von Lösungsräumen für Probleme. Die epistemische Leistungsfähigkeit einiger KI-Tools legt nahe, dass sie nicht nur epistemische Instrumente sind, sondern vielmehr selbst zu epistemischen Akteuren werden. Wenn dies zutrifft, ergeben sich neue Perspektiven auf die KI.

Der Einsatz von KI kann durch die Linse der sozialen Erkenntnistheorie untersucht werden, einem florierenden Zweig der Erkenntnistheorie, der die soziale Natur des Erwerbs und der Weitergabe von Wissen betont. Aber:

  • Ist es wirklich angemessen, KI mit Konzepten und Ideen aus der sozialen Erkenntnistheorie zu analysieren?
  • Können KI-Systeme Experten oder epistemische Autoritäten sein?
  • Ist epistemisches Vertrauen in KI-Modelle gerechtfertigt?
  • Kann die soziale Erkenntnistheorie helfen, mit schwierigen Situationen umzugehen, z. B. wenn KI und menschliches Urteilsvermögen nicht übereinstimmen?
  • Welche Arten der Zusammenarbeit zwischen Menschen und KI-Tools sind am vielversprechendsten für die Verbesserung medizinischer Diagnosen?
  • Könnte es sinnvoll sein, gekoppelten Systemen, an denen Menschen und KI-Tools beteiligt sind, Gruppenüberzeugungen zuzuweisen?
  • Und welche Konsequenzen hat die Perspektive der sozialen Erkenntnistheorie für die Erklärbarkeit von KI?

Dieser Workshop zielt darauf ab, soziale Erkenntnistheorie und die Philosophie der KI zusammenzuführen, um solche Fragen zu behandeln. Letztendlich hoffen wir, unser Verständnis von KI und ihren Anwendungen durch den Einsatz der Werkzeuge der sozialen Erkenntnistheorie zu verbessern. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf dem Beispiel der Medizin und dem Einsatz von KI-Werkzeugen in diesem Bereich liegen.

Programm:


Tag 1 – Donnerstag, 26. März 2026

ZeitReferentVortrag
09:00-09:15Andreas Wolkenstein & Claus BeisbartWelcome
09:15-10:30Inkeri KoskinenTowards a satisfactory social epistemology of AI-based science
11:00-12:00Philipp Schwind & Jörg LöschkeAdvising Agents: A Social-Epistemic Framework for AI Beyond Information
12:00-13:00Alina JacobsPaternalism in AI
14:30-15:45Thomas GrundmannAgainst the Epistemic Authority of Generative AI
16:00-17:15Johan Largo & Oscar PiedrahitaInquiry by Proxy: On the Epistemic Role of LLMs
17:30-18:45Rico HauswaldThe Social Epistemology of AI-driven Science

Tag 2 – Freitag, 27. März 2026

ZeitReferentVortrag
09:00-10:15Federica MalfattiLearning From AI Systems?
10:30-11:45Alessandro Corona Mendozza & Leonardo Santa MariaConfroning Knowledge Collapse
12:00-13:15Saskia NagelTrusting Relationships in Technicized Medicine
14:30-15:30Àger Pérez CasanovasRethinking Epistemic Authority in AI-Mediated Mental Health Care: The Case of Anorexia
15:45-16:45Piotr Litwin“Doing Your Own Research” Meets AI. Epistemic Agency and the Limits of Chatbot Debunking
17:15-18:30Andreas WolkensteinMust Medical AI Provide Understanding? A Social-Epistemological Perspective
Wir haben noch einige wenige Plätze frei. Wenn Sie teilnehmen möchten, melden Sie sich bitte bis spätestens 20. März bei Claus Beisbart an.

Veranstalter: Andreas Wolkenstein (LMU München) and Claus Beisbart (Universität von Bern)

Wir bedanken uns herzlich für die finanzielle Unterstützung durch den Schweizerischen Nationalfonds.

Alina Jacobs
Alina Jacobs
Doktorandin