Towards a Social Epistemology of AI

Beim hochkarätig besetzten Workshop AI as a Colleague? - Towards a Social Epistemology of AI an der Universität Bern wird Alina Jacobs einen Vortrag über epistemischen Paternalismus halten.
Genauer untersucht sie, wie epistemischer Paternalismus einen Rahmen für die Bewertung des Einflusses von KI auf die Wissensgewinnung bietet. Sie verfechtet den Standpunkt, dass paternalistische Strukturen in drei Bereichen der KI-Praxis auftreten: beim Betrieb von KI-Systemen, bei den Designentscheidungen von KI-Entwicklern und bei den Zielen der Forschung zur KI-Ausrichtung.
Ich behaupte, dass Kriterien aus der Debatte über epistemischen Paternalismus – beispielsweise ob eine Einmischung eine echte epistemische Verbesserung fördert, ob ihre Vorteile die Kosten überwiegen und ob sie auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten des Akteurs eingeht – Instrumente bieten, um zu bewerten, wann KI die epistemische Autonomie unterstützt und wann sie diese einschränkt.
Der Vortag findet am ersten Tag, Donnertsag, den 26.03.26 12:00-13:00 Uhr statt.
(Vortragssprache ist Englisch)
In den letzten Jahren wurden enorme Fortschritte in der Entwicklung der KI erzielt. DNNs und andere KI-Tools haben zunehmend ihre Fähigkeit unter Beweis gestellt, epistemische Aufgaben zu erfüllen, wie z.B. das Erkennen von Mustern in Daten, die Diagnose von Krankheiten oder die Erforschung von Lösungsräumen für Probleme. Die epistemische Leistungsfähigkeit einiger KI-Tools legt nahe, dass sie nicht nur epistemische Instrumente sind, sondern vielmehr selbst zu epistemischen Akteuren werden. Wenn dies zutrifft, ergeben sich neue Perspektiven auf die KI.
Der Einsatz von KI kann durch die Linse der sozialen Erkenntnistheorie untersucht werden, einem florierenden Zweig der Erkenntnistheorie, der die soziale Natur des Erwerbs und der Weitergabe von Wissen betont. Aber:
Dieser Workshop zielt darauf ab, soziale Erkenntnistheorie und die
Philosophie der KI zusammenzuführen, um solche Fragen zu behandeln. Letztendlich hoffen wir,
unser Verständnis von KI und ihren Anwendungen durch den Einsatz
der Werkzeuge der sozialen Erkenntnistheorie zu verbessern. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf
dem Beispiel der Medizin und dem Einsatz von KI-Werkzeugen in diesem Bereich liegen.
| Zeit | Referent | Vortrag |
|---|---|---|
| 09:00-09:15 | Andreas Wolkenstein & Claus Beisbart | Welcome |
| 09:15-10:30 | Inkeri Koskinen | Towards a satisfactory social epistemology of AI-based science |
| 11:00-12:00 | Philipp Schwind & Jörg Löschke | Advising Agents: A Social-Epistemic Framework for AI Beyond Information |
| 12:00-13:00 | Alina Jacobs | Paternalism in AI |
| 14:30-15:45 | Thomas Grundmann | Against the Epistemic Authority of Generative AI |
| 16:00-17:15 | Johan Largo & Oscar Piedrahita | Inquiry by Proxy: On the Epistemic Role of LLMs |
| 17:30-18:45 | Rico Hauswald | The Social Epistemology of AI-driven Science |
| Zeit | Referent | Vortrag |
|---|---|---|
| 09:00-10:15 | Federica Malfatti | Learning From AI Systems? |
| 10:30-11:45 | Alessandro Corona Mendozza & Leonardo Santa Maria | Confroning Knowledge Collapse |
| 12:00-13:15 | Saskia Nagel | Trusting Relationships in Technicized Medicine |
| 14:30-15:30 | Àger Pérez Casanovas | Rethinking Epistemic Authority in AI-Mediated Mental Health Care: The Case of Anorexia |
| 15:45-16:45 | Piotr Litwin | “Doing Your Own Research” Meets AI. Epistemic Agency and the Limits of Chatbot Debunking |
| 17:15-18:30 | Andreas Wolkenstein | Must Medical AI Provide Understanding? A Social-Epistemological Perspective |
Veranstalter: Andreas Wolkenstein (LMU München) and Claus Beisbart (Universität von Bern)
Wir bedanken uns herzlich für die finanzielle Unterstützung durch den Schweizerischen Nationalfonds.